Tradition und Fortschritt
Jeder
Orgelneubau stellt eine Herausforderungen dar, der wir uns mit Freude
und Engagement widmen. Für jedes neu zu erbauende Instrument wird ein
individuelles Konzept erarbeitet. Berücksichtigt werden neben den klanglichen
Vorstellungen der zukünftigen Nutzer, sowohl Raumgröße als auch akustische
und architektonische Besonderheiten des Raumes, in welchem das Instrument
aufgestellt wird. Orgelbauer, Organisten, Orgelsachverständige, Architekten
und Denkmalpfleger arbeiten Hand in Hand und tragen ihre Ideen zusammen.
Erste Entwürfe entstehen. Sie beinhalten die Disposition der zur Verwendung
gelangenden Register, sowie Zeichnungen der Prospektansicht des künftigen
Instrumentes. Von der ersten Idee bis zum Beginn der Fertigung des Instrumentes
ist oftmals ein weiter Weg zurück zu legen.
 
Der Einsatz moderner Computertechnologie erleichtert die
Entscheidungsfindung der äußeren Gestaltung des Instrumentes. Dreidimensionale
Entwürfe vermitteln einen plastischen Eindruck unterschiedlichster Orgelansichten
und ihrer Wirkung im Zusammenspiel mit der Architektur, den Lichtverhältnissen
und der Innenausstattung des Raumes. Die Gehäuseproportionen werden festgelegt.
Das Instrument wird in den Raum hinein komponiert. Der Prospektaufbau
spiegelt die Verteilung der Werke im Inneren der Orgel wider. Innere und
äußere Gestalt des Instrumentes stehen in einem wechselseitigen Verhältnis.
Der Tradition des sächsischen Orgelbaus verpflichtet, nutzen wir die aus
Generationen gewonnene Erfahrung zur ständigen Weiterentwicklung unserer
Instrumente. Ob es sich um kleine tragbare Truheninstrumente, Kirchen-
oder Konzertsaalorgeln handelt, immer wird ein Höchstmaß an Homogenität
zwischen Klang, innerem Aufbau und äußerer Gestalt angestrebt. Die hohe
Qualität der verwendeten Materialen garantiert eine zuverlässige Funktion,
sowie eine auf viele Generationen angelegte Lebensdauer.
In den Entstehungsprozeß jeder neuen Orgel fließt das Spezialwissen und
Können eines jeden Mitarbeiters unserer Werkstatt ein. Ein vielseitiges
Team fachlich qualifizierter Handwerker ist verantwortlich für die praktische
Umsetzung der anfänglichen Idee in die Wirklichkeit. Während der Fertigung
in der Werkstatt bis hin zur Intonation vor Ort entsteht so eine besondere
Beziehung zu jedem Instrument, die sich in Liebe zum Detail ausdrückt
und einen weiteren Garanten für Qualität darstellt.
Unter der Rubrik Orgelneubauten
finden Sie eine Auswahl neu erbauter Instrumente unserer Firma.
Die Disposition
umfaßt die Auswahl der Register. Sie zusammenzustellen
ist einer der ersten Arbeitsschritte mit dem der Klangcharakter der Orgel
entscheidend mitbestimmt wird. Hier stehen wir ganz in der Tradition der
barocken sächsischen Silbermann Tradition ohne jedoch bedeutende nachfolgende
Stilepochen wie die Romantik und die Moderne zu vernachlässigen.
Die Mensurierung
stellt den nächsten wichtigen Schritt bei der Festlegung klangbestimmender
Faktoren dar. Alle für die Herstellung des Pfeifenwerkes wichtigen Maße
werden individuell auf jedes Instrument abgestimmt festgelegt. Erfahrung
und musikalisches Einfühlungsvermögen in die jeweiligen raumakustischen
Gegebenheiten sind Voraussetzungen für ein optimales Gelingen.
Die Prospektgestaltung
erfolgt nach ästhetischen und konstruktiven Erwägungen. Im Vordergrund
steht hier das Bestreben eine harmonisch ansprechende Lösung in Bezug
zur Raum- und Gehäusearchitektur zu finden. Der Prospektaufbau spiegelt
den inneren Werkaufbau wieder
Das Pfeifenwerk
der
Orgel wird aus Metall und oder aus Hölzern hergestellt. Zinn und
Blei dienen als Grundstoffe für individuell gegossene Legierungen. Zur
Verwendung kommen Legierungen zwischen 90% und 10% Zinnanteilen. An den
Herstellungsmethoden für Metallpfeifen hat sich seit Jahrhunderten nichts
grundlegend geändert. In einem Schmelztiegel wird das Metall eingeschmolzen
bevor es zur Platten gegossen wird. Anschließend werden diese auf die
gewünschte Dicke gehobelt. Körper- und Fußsegmente werden herausgeschnitten,
aufgerollt und zusammengelötet. Für die Herstellung von Holzpfeifen finden
einheimische Holzarten wie Eiche, Fichte, Kiefer, sowie Obstbaumhölzer
Verwendung.
Die Windladen
bilden das Kernstück einer jeden Orgel. In ihnen findet
die Windverteilung zu den einzelnen Pfeifen statt. Der Standort einer
jeden Pfeife auf der Windlade, die Reihenfolge der einzelnen Register
sowie die Pfeifenabläufe werden bei jeder Orgel individuell neu festgelegt.
Jede Pfeife bekommt genügend Platz um ihren Klang optimal entfalten zu
können. Der Windladenkorpus mit den Kanzellen wird aus Schichtholz hergestellt
und ist somit unabhängig von den jeweiligen raumklimatischen Verhältnissen.
Pfeifenstöcke, Schleifen und Dämme werden aus solidem Eichenholz hergestellt.
Die Ventile aus feinstem Nadelholz. Bewährte Konstruktionsprinzipien gewährleisten
eine hohe Lebensdauer.
Der Spieltisch
ist
das Bindeglied zwischen Instrument und Spieler. Hier entscheidet der erste
Kontakt, ob der Organist sich wohlfühlt. Optimale Hebelverhältnisse der
Tasten, Übersichtlichkeit der Registerzüge sowie eine auch in Details
optisch ansprechende Gestaltung sind hier ausschlaggebend. Die Übersetzungsverhältnisse
der Tasten und Koppeln werden individuell konzipiert. Die Manualtasten
sind zumeist mit Ebenholz und Knochen belegt. Für die Pedalklaviatur wird
bevorzugt solides Eichenholz verwendet. Die Orgelbank ist höhenverstellbar
und kann somit individuell auf die jeweilige Körpergröße des Orgelspielers
eingestellt werden.
Die Tontraktur
stellt
die Verbindung zwischen Taste und Spielventil in den Windladen her. Von
ihr wird insbesondere Leichtgängigkeit, gute Repetitionsfähigkeit sowie
ein angenehmer Druckpunkt erwartet. Die Anschlagsdynamik entscheidet mit
darüber, inwieweit der Orgelspieler die Interpretation eines Musikstückes
seinen Vorstellungen entsprechend umsetzen kann. Holzmechanikwinkel mit
Edelstahlachsen, Wellen, die wahlweise in Holz oder Eisen gefertigt werden,
Wellenlager aus Hartholz mit ausgetuchten Achsbohrungen sowie Abstrakten
aus feinjährigem Tannenholz bilden die Trakturelemente die in ihrem Zusammenwirken
den Anforderungen an eine optimale Tontraktur gerecht werden.
Die Registertraktur
stellt die Verbindung zwischen Registerzug am Spieltisch
und der Registerschleife auf der Windlade dar. Auch hier sind Leichtgängigkeit
und präzise Funktion gefordert. Aus einheimischen und exotischen Edelhölzern
formschön gedrechselte Registerzüge bilden den sichtbaren Teil der Registertraktur.
Dahinter verbergen sich mit Hebelarmen versehene aufrecht stehende Holz-
oder Metallwellen, die in gekapselten Kugellagern gelagert für die notwendige
Leichtgängigkeit sorgen. Neben der rein mechanischen Registertraktur sind
auch elektrische Systeme möglich. Diese ermöglichen über elekronische
Setzer das Abspeichern und Aufrufen von unzähligen Registerkombinationen.
Das Windsystem
stellt die Lunge des Instrumentes dar. Eine optimale Dimensionierung
ist Grundvoraussetzung für die Entfaltung des Pfeifenklanges. Die Windanlage
bestehend aus einem elektrischen Gebläsemotor, Hauptbalg, Zwischenbälgen
sowie Windladenbälgen sorgen für eine stabile Windversorgung, ohne daß
hierbei ein starrer Wind entsteht, der dem Orgelklang seine Lebendigkeit
nimmt. Die Verbindungskanäle werden aus schichtverleimtem Nadelholz gefertigt.
Das Gehäuse
bildet die äussere Hülle des Instrumentes. Neben seiner ästhetischen Funktion
hat es wichtigen Einfluss auf die Klangabstrahlung des Instrumentes. Die
Ausführung mit Rahmen und Füllung bietet hierfür gute Voraussetzungen.
Die unterschiedlichsten Hölzer können hierbei verwendet werden. Die zusätzlich
mögliche farbliche Gestaltung der Gehäuseoberfläche bietet fast unbegrenzte
Gestaltungsmöglichkeiten.
Das Gerüstwerk
dient als Träger und als Bindeglied aller wichtigen Orgelteile. Als solide
Holzkonstruktion mit handwerklich hergestellten Schlitz- und Zapfenverbindungen
bildet es den Kern für eine zuverlässig funktionierende Orgel. Auf ihm
ruhen die Windladen und werden die wichtigsten Teile der Ton- und Registertraktur
befestigt. Entsprechend robust wird es ausgelegt.
Die Intonation
Die
Intonation bestimmt neben den festgelegten Pfeifenmaßen und dem verwendeten
Pfeifenmaterial maßgeblich den Klangcharakter des Instrumentes. Bei der
Intonation werden die tonbildenden Teile einer Pfeife - wie Fußloch, Weite
der Kernspalte, Aufschnitthöhe des Pfeifenmundes, Stellung von Kern und
Oberlabium - exakt zueinander eingerichtet. Damit werden die Pfeifenansprache,
die Klangstärke und die Klangfarbe für jede einzelne Pfeife ausgeprägt.
Ein hohes musikalisches Einfühlungsvermögen des Intonateurs ist erforderlich,
damit jedes Register seinen spezifischen Klangcharakter erhält und auch
im Zusammenspiel der Register ein ausgewogener Gesamtklang entsteht.
Die Stimmung
erfolgt
als letzter Schritt vor der Fertigstellung des Instrumentes. Die Pfeifen
werden auf genaue Tonlänge geschnitten oder durch Stimmvorrichtungen am
Pfeifenkörper auf die exakte Tonhöhe gebracht. Neben der gleichstufigen
Temperierung kommt ein breites Spektrum historischen Temperierungsarten
zur Hervorhebung der unterschiedlichsten Tonartencharkteristika zur Anwendung.
Garantie & Pflege
gehören untrennbar zur Erhaltung einer wertvollen Orgel. Für ein
neu erbautes Instrument gewähren wir eine Garantie von 10 Jahren. Während
dieses Zeitraums werden Reparaturen entsprechend den Garantievereinbarungen
kostenlos übernommen. Darüber hinaus tragen regelmäßige Pflegen von neuen
und alten Instrumenten zur Werterhaltung eines jeden Instrumentes bei.
Orgelpflegen stellen für uns demnach einen unverzichtbaren und wichtigen
Teil unseres Wirkens dar .
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