Evangelische Kirche Lebusa

Evangelische Kirche Lebusa

Erbauer: Gottfried Silbermann 1727
Restauration: Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH 1997
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Ladensystem: Schleifladen

 

Disposition:

 
I. MANUAL C,D-c'''
 
  1. Principal
8'
 
  2. Quintatön
8'
 
  3. Grobgedackt
8'
 
  4. Prestant
4'
 
  5. Rohrflöte
4'
 
  6. Quinta
2 2/3'
 
  7.Nasat
3'
 
  8. Octave
2'
 
  9.Quinta
1 1/3'
 
10. Sifflöt
1'
 
11. Cornet ab c'
III
 
12.Mixtur
III
 
 
 
PEDAL C,D-c'
 
13. Posaunenbass
16'
 
14. Subbass
16'
 
 
 
NEBENZÜGE
 
Tremulant
 
Nihil
 
 
 
 
 

 

Zur Geschichte des Instrumentes

Die Silbermann-Orgel in Lebusa gehört mit ihren 14 Registern, verteilt auf ein Manual und Pedal, zu den kleineren Werken des in den Jahren von 1683 - 1753 lebenden Sächsischen Orgelbaumeisters. Insgesamt erbaute Silbermann wahrscheinlich 51 Instrumente, von denen etwas über 30 Instrumente noch erhalten sind. Bei der Orgel in Lebusa handelt es sich um eines von drei Instrumenten, die nicht in Sachsen stehen. Man nimmt an, daß das Instrument 1727, zusammen mit der vom Dresdner Zwingerbaumeister Pöppelmann im gleichen Jahr errichteten Kirche, vom Kirchenpatron, General von Milkau, der Gemeinde in Lebusa geschenkt wurde. Den guten Verbindungen des General von Milkau zum Sächsischen Hof August des Starken ist es zu verdanken, daß er so herausragende Persönlichkeiten der damaligen Zeit, wie den Baumeister des Dresdner Zwingers, Daniel Pöppelmann, für den Bau der Kirche und den Königlich Sächsischen Hof- und Landorgelbauer Gottfried Silbermann, für den Bau der Orgel gewinnen konnte. Als weitere Ausstattungsstücke befinden sich im Innenraum der Kirche ein barocker Kanzelaltar und zwei prächtige Kachelöfen aus Meißner Porzellan aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Ensemble von Kirche, Orgel und Ausstattung des Innenraumes stellt auch aufgrund der daran mitwirkenden Künstler, die Weltruhm erlangten, eine Besonderheit dar, die von kunsthistorischer Bedeutung weit über den Raum Brandenburg hinaus ist. An der Disposition der Orgel wurden seit ihrer Errichtung keinerlei Veränderungen vorgenommen. Vor der Restaurierung befanden sich die wichtigsten Teile der Orgel in einem sehr bedauernswerten Zustand. Staub und Schmutz der vergangenen Jahrzehnte, ein Wassereinbruch in den 80er Jahren dieses Jahrhunderts, Nagetiere, die Holz und Metallteile (!) anfraßen, Fledermäuse, behelfsmäßig durchgeführte Reparaturen und defekte Fenster im Kirchenraum, hatten dem Instrument seit seiner Erbauung schwer zugesetzt .